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Abitur

Ich machte mir so einige Kopfschmerzen bei dem Gedanken an mein Abitur. Nicht wegen fehlender Leistung, sondern einem schlechten Gewissen unseren Eltern gegenüber, zumal es unserem Vater gesundheitlich immer schlechter ging. Ich verstand es, mich während der gesamten Schulzeit durchzuwurschteln. Ich hatte ständig – nicht immer intelligente – Flausen im Kopf. Und hätte ich die…
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Klassenfahrt

Es war wieder Winter und unsere Schule spendierte uns eine Klassenfahrt in den Harz. Unser Fahrtenleiter – ein Lehrer, bei dem ich noch nie Unterricht hatte – war recht maulfaul, aber zu seinem Credo gehörte auch körperliche Ertüchtigung. Und das bei einer Truppe von überwiegend absolut unsportlichen Typen. In diesem Jahr gab es auch noch…
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Schulverweise

Ich habe den Begriff „concilium abeundi – Schulrausschmiss“ damals einige Male gehört. Das erste Mal passierte es auf der Aska. Wir hatten in unserer Klasse eine Schülerzeitung ins Leben gerufen, die in der Schule vertrieben wurde. Sie hieß „Der Klassenkurier“. Unser Klassenlehrer war noch recht jung und deswegen wohl auch noch etwas überfordert mit einerseits…
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Wasel

Mein Klassenkamerad Wasel war immer für alles zu haben, wenn er damit auffallen konnte. Er kam als Vertriebener aus dem Baltikum und blieb leider nur kurze Zeit am Askanischen Gymnasium, die wir einfach immer nur Aska nannten. Maikäferzeit – damals gab es diese Tierchen noch in großen Mengen. Eines hatte sich in unser Klassenzimmer verirrt…
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Morgengrüße

Der Schulbetrieb wurde nach dem Krieg nun wieder aufgenommen, wenn auch zuerst nur provisorisch und mit den alten Lehrern aus dem „Tausendjährigen Reich“, – ob nun Nazi oder nicht – sie waren gute Pädagogen. Die jüngeren Lehrer waren meist auch noch nicht aus der Gefangenschaft zurück. Der Schulbetrieb spielte sich fier mich in Baracken ab,…
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Nachkriegsgedanken

Mit dem Einzug der Westalliierten und dem Abzug der Russen aus dem Westteil von Berlin begann endgültig die Normalisierung, jedenfalls für alle, die wie wir im US-Sektor – nun amerikanisch, britisch oder französisch besetzt waren. Die Grundversorgung klappte langsam besser, aber viele Luxusgüter blieben unerreichbar – und der Hunger danach war offensichtlich groß. Wie viele…
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Harter Winter

Durch den Einmarsch der Russen waren Wasser, Strom und Gas nicht immer verfügbar. Daher hatte unser Vater für uns und die restliche Familie Akkus und Ladegerät organisiert. Da wir meist tagsüber Stromausfall hatten, konnten wir so die Zeiten ohne Strom gut überbrücken. Wir hatten übrigens zu dieser Zeit schon Zentralheizung. Die funktionierte natürlich nicht mehr…
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Glühwürmchen-Schnaps

Von den Russen besetzt, also noch vor der Teilung Berlins unter den Alliierten, war das Leben jedenfalls so weit normal, dass man mit der S-Bahn von Berlin nach Potsdam ohne Kontrollen fahren konnte. Die Firma Permutit, für die unser Vater tätig war und die Wasser aufbereitete, hatte von einer Schnapsbrennerei in Potsdam den Auftrag –…
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Fliederduft & Berliner Luft

Unser Vater hat sich wegen der Gefahr, von den Russen aufgegriffen und deportiert zu werden, in den ersten Tagen weitgehen im Haus aufgehalten. Aber dann wollten wir doch wissen, wie es den Eltern unserer Mutter und ihrer Schwester ergangen war. Dazu mussten wir durch die Innenstadt und Gegenden, in denen noch Tage nach unserer Besetzung…
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Nachkriegszeiten

Nach dem Krieg, als seine Auswüchse und Gräueltaten von allen Seiten immer deutlicher wurden – insbesondere die der deutschen Seite – wollte ich von ihm wissen, wie er das mit uns Deutschen und Deutschland sah. Seiner Meinung nach, hätten nicht alle Menschen – gleich welcher Herkunft – seine Meinung. Auswüchse und Verbrechen zu Kriegszeiten habe…