Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater sich oft zum Krieg geäußert hat. Nur einmal ist mir ein Gespräch in Erinnerung geblieben. Mein Cousin und Idol Hans war nach der Besetzung Frankreichs anlässlich eines Heimaturlaubes in Berlin bei uns zu Besuch. Ich hatte damals eine Fülle an Spielsoldaten – Deutsch, Franzosen und Engländer. Die haben wir zusammen aufgebaut und Schlachten simuliert. Da gab es eine Figur eines deutschen stürmenden Offiziers – ein Revolver in der einen Hand und einen Degen in der anderen. Er erklärte, dass er es auch so gemacht hätte, damals in Polen und im Frankreich-Feldzug. Dann geschah jedoch das Unfassbare. Unser Vater und Hans kamen irgendwie ins Gespräch, wobei es natürlich um den Krieg ging. In diesem Zusammenhang sagte unser Vater, dass wir den Krieg verlieren würden, wenn wir Krieg mit Russland und den USA oder auch nur einem der beiden anfingen. Die Reaktion vom Hans war unbegreiflich – „Dafür müsste man dich erschießen!“. Das wars mit meinem Idol, es war futsch, als er dies zu meinem Vater sagte. Wenig später ist Hans dann auch in Frankreich gefallen.

